Die freiberuflichen Hebammen kämpfen ums Überleben.Wie kann es sein, dass eine Beleghebamme in Berlin fünfmal mehr Anfragen hat, als sie Frauen bei der Geburt helfen kann und sich trotzdem mit dem Gedanken tragen muss, nach 20 Jahren die Geburtshilfe aufzugeben?
Der Grund : Sie muss ab Juli 2010 sage und schreibe 3.700,- Euro Haftfplichtversicherung pro Jahr bezahlen!!! Das entspricht ihrem Nettoverdienst von zwei Monaten!
Seit 2003 haben sich die Versicherungsprämien verdoppelt und nun erhöhen sie sich noch mal um 56 Prozent!
In einem Artikel von "Zeit Online" wird berichtet:
"Die Ursachen für die gestiegenen Prämien sind weder in den Kliniken noch in den Geburtshäusern zu finden, sie entstehen vor Gericht. Vorbei die Zeiten, in denen Patienten, die juristisch gegen ärztliche Kunstfehler vorgingen, keine Chancen hatten oder mit lächerlich niedrigen Entschädigungen abgespeist wurden. Jeder zweite Arzthaftungsprozess bei niedergelassenen Medizinern führt mittlerweile zum Erfolg.
Entsprechend mehr Geschädigte trauen sich – unterstützt von spezialisierten Anwälten, abgesichert durch Rechtsschutzversicherungen – zu klagen. Besonders für die Geburtsmedizin trifft das zu. Das liegt nicht daran, dass Hebammen oder Gynäkologen mehr Kunstfehler unterlaufen als ihren Kollegen aus anderen Sparten. Im Gegenteil, die Vorfälle unter der Geburt sind in den vergangenen fünfzig Jahren extrem selten geworden, und ihre Zahl nimmt weiter ab. Aber sie werden heute häufiger vor Gericht gebracht. »Wenn bei der Operation der Großmutter etwas schiefläuft, fragt man nicht so häufig nach. Bei einem kranken Kind ist das anders«, sagt Peter Gausmann von der Gesellschaft für Risikoberatung, der Kliniken auf Sicherheitslücken untersucht."
Dem Zeit-online Artikel entnehme ich mit Bestürzung, dass das Geburtshaus Pankow ab Juli ein "Geburtshaus ohne Geburten" sein wird, so Hebamme Sabine Witt. Angesichts von 15.000,- Euro Versicherungskosten für 40 Geburten pro Jahr musste sie Frauen mit Geburtstermin ab Juli absagen! Sie werde sich jetzt auf Kursangebote beschränken.
Das darf nicht sein! Wir müssen jetzt alle für die Hebammen mit kämpfen.
Der Deutsche Hebammenverband hat am 05. Mai eine E-Petition gestartet. Bitte tragt euch ein und helft damit, dass Frauen entscheiden dürfen, wie und wo sie mit Hilfe einer Hebamme ihr Kind zur Welt bringen.
Hier gehts zur Petition. Zuerst muss man sich registrieren, dann erhält man eine EMail mit einer Nutzernummer und einem Link. Über den Link gelangt man zur E-Petition. Wer es nicht gleich findet, es ist die Pet-ID Nr. 11400. Anklicken und dann auf "Petition mitzeichen" klicken. Ist wirklich einfach. Bis zum 17.06. müssen 50.000 Stimmen zusammenkommen. Ich bin Mitzeichnerin Nummer 23.842 und als ich grade nochmal nachgeschaut habe, waren es schon 80 Mitzeichner mehr! Also, macht bitte alle mit!!!
Hier ist der "Zeit Online" Artikel nachzulesen.
Hier gibt es mehr Infos zu dem Thema "Will Deutschland eine Geburtshilfe ohne Hebammen?" und einen Link zur Petition.
Hier gehts zur Seite des Deutschen Hebammenverbandes und einer Beschreibung, wie die Petition online gezeichnet werden kann.
2 Kommentare:
Schon fast 48 000!!!
Wie schön, dass so viele Menschen mitmachen, ich finds ein Unding, und es macht mir große Angst, wenn ich mir vorstelle, dass ich, falls ich nochmal schwanger werde nicht die gewünschte Hausgeburt machen kann, weil meine Hebamme aus finanziellen Gründen nicht mehr arbeiten kann...
Es ist ja noch ein bisschen Zeit, vielleicht knacken die Hebammen sogar die 100 000... das wär mal was!
Juhuuuuu! Ein Kommentar!!!
Los, ihr Leserinnen und Leser, was ist? Was denkt ihr darüber? Gebt euch einen Ruck und tragt zum Austausch bei :-)
Viele Grüße,
Nina
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