Freitag, 15. Oktober 2010

Lucia die Lichtbringerin

Lucia erblickte nach einem regnerischen, kalten Mai, an einem der ersten warmen Frühlingstage im Juni das Licht der Welt und für ihre Eltern war daher die Namenswahl eine leichte: LUCIA. Das bedeutet: Die Lichtbringerin! Mit ihren knapp 5 Monaten ist sie heute ein Sonnenschein und im wahrsten Sinn des Wortes ein quietschvergnügtes kleines Mädchen :-)

Für ihre Mama jedoch verdunkelte sich die Welt 4 Wochen nach der problemlosen Geburt. Morgens fühlte sie eine Übelkeit, war wie gelähmt, konnte nichts essen, nicht gut schlafen, die einfachsten Dinge wurden zu großen Aufgaben: Baby versorgen, duschen, Telefonate führen. Mit dem Morgen kamen die Dämonen zu ihr. Die Ängste vor der Zukunft, vor den Aufgaben, davor, etwas falsch zu machen, das Gewicht der Verantwortung für ein Menschenleben nicht tragen zu können, die Selbstzweifel: "war es die richtige Entscheidung? kann ich eine gute Mutter sein?", die Stimmen, die ihr flüsterten, dass sie doch glücklich sein müsste über diese gesunde, süße Tochter, die sie sich doch gewünscht hatte. Manchmal konnte sie ihr Kind einfach nur versorgen und es tat ihr so leid, dass sie ihr nicht die Liebe und Hinwendung geben konnte, die Lucia ihrer Meinung nach verdient hatte.

Ziemlich schnell und aus eigener Kraft und dank der offenen Gespräche mit ihrem Mann wurde ihr klar, dass sie Hilfe brauchte. Sie konnte einen großen Schritt machen, indem sie sich eingestand: ich habe eine Wochenbettdepression und ich brauche Hilfe! In einer psychologischen Beratungsstelle wurde ihr empfohlen, sich eine "Haushaltshilfe" zu suchen. Per Zufall fand sie im Internet Hinweise auf Mütterpflegerinnen und fand mich. Als sie mich das erste Mal anrief, sagte sie mir, dass sie sich eine Mütterpflegerin wünsche, weil sie sich die Arbeit "vollwertiger" vorstelle. Eine schöne Formulierung! :-)

Meine Besuche halfen Lucias Mama dabei, ganz langsam wieder Kraft zu schöpfen. Die leichte Geburt hatte sie mal eben locker weggesteckt und sich in den Alltag gestürzt und als ihr Mann wieder arbeiten ging, spürte sie die Erschöpfung und vor allem auch die Isolation. In ihrem Beruf war sie Teamleiterin mit vielen Verantwortlichkeiten und Handlungskompetenz und nun bestimmte ein kleines Baby 24 Stunden am Tag ihr Leben. So kam sie 4 Wochen nach der Geburt in ein seelischen Schattental und aus der Königin war ein Häufchen Traurigkeit geworden. Was ihr aber sehr, sehr half, war ihre Offenheit. Mit dieser Offenheit konnte sie auch wieder deutlicher auf ihr Bauchgefühl hören, denn auf das konnte sie sich verlassen. Auf einmal spürte sie wieder, was gut für sie war und nach ein paar Wochen in denen sie Schlaf nachholen und Essen konnte, war sie so weit, mit ihrer Tochter im Tragetuch durch die Welt zu spazieren.

Heute besucht sie mit Lucia einen Babymassagekurs, trifft sich mit anderen Mamas zum Spaziergang und wächst gelassen in ihre Mutterrolle hinein.

Lucia war schon beim ersten Kennenlernen ein sehr entspanntes Baby. Sie entwickelt sich super und zeigt sehr viel Vertrauen in ihre Umwelt. Ich glaube sie ist sehr gebunden und hat ein gutes Urvertrauen. Die Wochenbettdepression ihrer Mama hat ihr nicht geschadet.

Lucia beim faszinierten Erforschen ihrer Welt.
Liebe Königin Andrea, danke, dass ich dir ein paar "Gehhilfen" geben konnte. Gelaufen bist du ganz alleine und mittlerweile tanzt du mit Lucia durchs Leben :-)
Bis bald, Nina.

Montag, 9. August 2010

Mit Zwillingen über den Atlantik

Königin Karin schickt mir Urlaubsgrüße aus Maine, USA, und schreibt:

"Wir sind in Maine, ganz im äußersten Nordosten der USA. Man kann nämlich auch mit einjährigen Zwillingen voller Bewegungsdrang eine Transatlantik-Flugreise machen. Ging total gut."

Ich finde das klasse! Nehmt die Kinder mit in euer Leben und wenn der Familienurlaub in den USA stattfinden soll, dann kann man sich auf einen Flug gut vorbereiten. Hier gibt es eine Check-Liste, an was unter anderem zu denken ist, wenn ein Baby (oder zwei) mitfliegt.

Johannes (oben) und Mathilda (unten) sind jetzt 13 Monate alt und bereits nach der Geburt war zu sehen, dass der Sohnemann ganz nach dem Papa kommt, während Mathilda ganz die Mama ist (schaut mal - dieses Lächeln!)
Herzlichen Dank, liebe Karin, für die schönen Fotos und dafür, dass ich sie hier veröffentlichen darf.

Dienstag, 13. Juli 2010

Hausgeburt contra High-Tech-Kaiserschnitt

"Man kann sich nicht mehr auf die Natur verlassen", sagt der Professor eines Krankenhauses in Wien, dessen Kaiserschnittrate bei 50 Prozent liegt.
Die Ansprüche der Menschen seien gestiegen, alles solle planbar und risikoarm sein.

In einem Bericht des Österreichischen Fernsehsenders ORF wird eine Frau bei ihrer Entscheidung zur Hausgeburt, bishin zur Geburt, begleitet. In der 13 Minuten langen Reportage wird meiner Meinung nach alles zum Thema "Soll Frau eine Hausgeburt wagen oder nicht" gesagt. Besonders bemerkenswert ist die Professionalität, Sensibilität und Wertschätzung der Hebamme Rita Klix.

Ein aussergewöhnlich guter Beitrag, der so schön zeigt, dass Eltern mit verantwortlich für den Geburtsverlauf sein dürfen und wollen!
Schaut HIER. (Nachträgliche Anmerkung: Der Beitrag ist leider nicht mehr verfügbar. Wer sich über Hausgeburten informieren möchte, dem sei diese Seite dringend ans Herz gelegt:
LUXUS PRIVATGEBURT sowie das gleichnamige Buch, das ein reicher Erfahrungsschatz ist!
)

Und wie der kleine Bruder des neugeborenen Mädchens zu ihr sagt, dass er sie liebt.... keine Konkurrenz, keine Entfremdung, einfach Mensch-sein.
Einen großen Dank an meine liebe Netzwerk-Kollegin Petra Kronwald dafür, dass sie mir diesen Link geschickt hat.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Man kommt zu nichts mehr

Seit Alexander auf der Welt ist, kommen seine Eltern zu nichts mehr. Lachend und staunend über so viel Präsenz eines so kleinen Menschleins erzählten sie mir, wie sich ihr Leben seit knapp 2 Wochen in einem anderen Zeit-Raum-Kontinuum befindet :-)
Alle frischgebackenen Eltern können ein Lied davon singen: der am Morgen aus dem Kühlschrank genommene Joghurt fürs Frühstück steht am Mittag immer noch unangerührt auf dem Küchentisch, seit Stunden wollte man eigentlich mal kurz duschen gehen, das Telefon klingelt vor sich hin; soll der AB rangehen...

Die ersten Wochen nach der Geburt sind so etwas Besonderes, fast ein Ausnahmezustand, der anscheinend für Viele nach und nach aus dem Gedächtnis gelöscht wird, denn häufig können sich Angehörige und Freunde überhaupt nicht mehr erinnern, dass sie sich nach der Geburt ihres Kindes in einem ähnlichen Zustand befanden. Wenn Mama oder Papa Stunden damit verbringen, ihr Baby schlafend auf dem Bauch liegen zu haben oder die Mutter ihr Kind "nach Bedarf" stillt, äußern manche Mitmenschen ihre Sorge darüber, das Baby könne "verwöhnt" werden. Gott sei Dank weiß man heute, dass zuviel Liebe nicht schadet, sondern Babys gesund wachsen lässt.

Der leicht antiquierte Begriff "Wochenbett" hat nach wie vor seine Berechtigung, damit die Frau sich körperlich und seelisch von der Geburt erholen und ihr Kind kennenlernen kann. Langsam darf das neue Familienmitglied in die Gemeinschaft hineinwachsen und je mehr Zeit man ihm dabei lässt, desto entspannter ist die neue Situation.
Alexanders Eltern haben sich zusammen mit anderen Paaren bereits während der Schwangerschaft intensiv mit der Bindung zu ihrem Kind auseinandergesetzt. Sie besuchen einen S.A.F.E.-Kurs und das hilft ihnen dabei, sich und ihrem Baby Zeit zu lassen.
Ich freue mich, dass ich beide dabei unterstützen kann.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Samuel das Sommerbaby

Samuel wächst und gedeiht. Die sommerlichen Temperaturen bis zu 30 Grad steckt er locker weg. Am offenen Fenster, vor Zugluft durch einen Wiegenschleier geschützt, döste er gestern vor sich hin.

Such a sweet little boy!

Als ich Samuel das erste Mal sah, konnte man nur erahnen, dass er afrikanisches Blut in sich trägt. Seine Haut war hell. Ganz langsam nimmt die Pigmentierung zu, wie man gut im Kontrast der Haut zu den Fingernägeln sehen kann.
Seine Mama Sophia kann sehr gut auf ihre Intuition hören und genießt den Alltag mit Baby und Freund. Sie haben füreinander Zeit und das ist das Wertvollste überhaupt!

Donnerstag, 24. Juni 2010

Glück pur!

Der liebe Gott hat Samuel zu Sophia geschickt :-) Sie sollte ihren Freund in Gambia nicht ohne ein besonderes "Geschenk" verlassen. Grade als sie in Berlin ein Studium begann und merkte, dass sie ein Fach studierte, welches sie nicht begeistern konnte, genau da kam Samuel zu ihr. Entgegen der Erwartungen und Befürchtungen ihrer Familie entschied sich die 21-jährige Sophia das Geschenk anzunehmen. Samuel kam am 07.06.2010 zu ihr, nach ganz kurzer Geburtsarbeit im Geburtshaus, der Papa konnte wenige Tage später nach Berlin reisen und nun sind die drei eine kleine, bezaubernde, glückliche, staunende, sehr liebevolle Familie.
Samuel bedeutet übrigens: "von Gott erbeten, von Gott erhört".

Einfach Liebe

Samuel ist heute 17 Tage alt. Selten habe ich ein Baby erlebt, das so viel lächelt :-)

Man muss den Kopf schief legen und dann sieht man ihn lächeln.
Samuel, du bist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort und mit allem was du tust und wie du bist, bist du genau richtig.
Sophia and Njouga - God bless you.

Montag, 7. Juni 2010

Die Königin und ihre Elfe zu Besuch

Das Abschlusstreffen meines Einsatzes bei Petra hatten wir letzte Woche in meinen Garten verlegt. Unter dem Apfelbaum zu liegen und in den blauen Himmel zu schauen, fand Mathilda-Elfie sehr interessant. Aber es gab noch mehr neue Erfahrungen für die 4 Monate junge Prinzessin: Sie probte das Gestillt werden im Gehen, open-air-windelfrei und wunderte sich über diese schnellen Vierbeiner, die sich aber auch streicheln liessen und irgendwie anders aussahen, als die bekannten Hauskatzen.
Petra, Nora und ich ließen uns auf der Picknickdecke den Spargel mit Kartoffeln und Spinat und danach Schokoladeneis mit Erdbeeren schmecken, wir hatten Zeit Neuigkeiten auszutauschen und freuten uns über das Königinnenwetter.

"Engele flieg" - keine Ahnung, wie man das in Berlin nennt :-)

Mathilda und ihr Lieblingsspielzeug. Sonnenschutz muss auch im Schatten sein!!!

Und für den Nachhauseweg hatte Nora eine ihrer Lieblingsmützen ausgeliehen. Die Beschriftung "SPEED" passt auf jeden Fall sehr gut für das Tempo, in dem die "kleine" Elfe wächst, lernt, Zähne bekommt, usw.

Immer diese Fotos - Mathilda guckt weg und brauchte nach dem Besuch erst mal ein Schläfchen.
Das wiederholen wir bald mal wieder, gelle?

Dienstag, 25. Mai 2010

Vielen lieben Dank

Auf diesem Weg möchte ich mich für die vielen Geburtstagsgrüße bedanken. Ich habe mich mit einer Reise an die Ostsee beschenkt und vom "Wettergott" gabs SONNE dazu :-)
Viele Grüße an alle Leserinnen und Leser

Sonntag, 9. Mai 2010

Muttertag

Als ich 2001 diese Specksteinplastik anfertigte, setzte ich mich intensiv mit dem Thema "Mutterliebe" auseinander. Ist die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind naturgegeben, selbstverständlich, bedingungslos? Oder braucht es bestimmte Voraussetzungen, damit diese Liebe entstehen und wachsen kann? Heute wird sehr viel über frühkindliche Bindung gesprochen. Wie sie entsteht und warum eine gute Mutter-Kind-Bindung so wichtig für ein gesundes psychisches und physisches Wachstum eines Kindes ist.
Fest steht, dass eine Mutter eine gute Bindung zu ihrem Baby aufbauen kann, wenn sie sich selbst wohl fühlt, sich einigermaßen sorglos auf die neue Situation einlassen kann. Eine neugeborene Mutter muss selbst bemuttert werden. Bleibt sie alleine mit den neuen Anforderungen ist es mitunter nur schwer möglich, bedingungslos zu geben. "Nur wer bei sich selbst zu Hause ist, kann sich mit anderen in Verbindung setzen" hat Ericht Fromm geschrieben. Selbstfürsorge ist also unabdingbar, wenn Frau eine "gute" Mutter sein möchte.

Ihr Königinnen - feiert heute euch selbst! Trefft euch und lasst es euch königlich gut gehen. Wartet nicht darauf, dass andere etwas für euch tun. Betreibt "Selbstfürsorge", sucht einen Babysitter und geht in die Sauna, ins Kino oder Bummeln oder in euer Lieblingscafe. Wenn nicht heute, dann ganz bald :-)

An alle Mütter schicke ich herzliche Grüße

Donnerstag, 6. Mai 2010

Wir müssen für die Hebammen kämpfen!

Die freiberuflichen Hebammen kämpfen ums Überleben.
Wie kann es sein, dass eine Beleghebamme in Berlin fünfmal mehr Anfragen hat, als sie Frauen bei der Geburt helfen kann und sich trotzdem mit dem Gedanken tragen muss, nach 20 Jahren die Geburtshilfe aufzugeben?
Der Grund : Sie muss ab Juli 2010 sage und schreibe 3.700,- Euro Haftfplichtversicherung pro Jahr bezahlen!!! Das entspricht ihrem Nettoverdienst von zwei Monaten!
Seit 2003 haben sich die Versicherungsprämien verdoppelt und nun erhöhen sie sich noch mal um 56 Prozent!

In einem Artikel von "Zeit Online" wird berichtet:
"Die Ursachen für die gestiegenen Prämien sind weder in den Kliniken noch in den Geburtshäusern zu finden, sie entstehen vor Gericht. Vorbei die Zeiten, in denen Patienten, die juristisch gegen ärztliche Kunstfehler vorgingen, keine Chancen hatten oder mit lächerlich niedrigen Entschädigungen abgespeist wurden. Jeder zweite Arzthaftungsprozess bei niedergelassenen Medizinern führt mittlerweile zum Erfolg.
Entsprechend mehr Geschädigte trauen sich – unterstützt von spezialisierten Anwälten, abgesichert durch Rechtsschutzversicherungen – zu klagen. Besonders für die Geburtsmedizin trifft das zu. Das liegt nicht daran, dass Hebammen oder Gynäkologen mehr Kunstfehler unterlaufen als ihren Kollegen aus anderen Sparten. Im Gegenteil, die Vorfälle unter der Geburt sind in den vergangenen fünfzig Jahren extrem selten geworden, und ihre Zahl nimmt weiter ab. Aber sie werden heute häufiger vor Gericht gebracht. »Wenn bei der Operation der Großmutter etwas schiefläuft, fragt man nicht so häufig nach. Bei einem kranken Kind ist das anders«, sagt Peter Gausmann von der Gesellschaft für Risikoberatung, der Kliniken auf Sicherheitslücken untersucht."

Dem Zeit-online Artikel entnehme ich mit Bestürzung, dass das Geburtshaus Pankow ab Juli ein "Geburtshaus ohne Geburten" sein wird, so Hebamme Sabine Witt. Angesichts von 15.000,- Euro Versicherungskosten für 40 Geburten pro Jahr musste sie Frauen mit Geburtstermin ab Juli absagen! Sie werde sich jetzt auf Kursangebote beschränken.

Das darf nicht sein! Wir müssen jetzt alle für die Hebammen mit kämpfen.
Der Deutsche Hebammenverband hat am 05. Mai eine E-Petition gestartet. Bitte tragt euch ein und helft damit, dass Frauen entscheiden dürfen, wie und wo sie mit Hilfe einer Hebamme ihr Kind zur Welt bringen.
Hier gehts zur Petition. Zuerst muss man sich registrieren, dann erhält man eine EMail mit einer Nutzernummer und einem Link. Über den Link gelangt man zur E-Petition. Wer es nicht gleich findet, es ist die Pet-ID Nr. 11400. Anklicken und dann auf "Petition mitzeichen" klicken. Ist wirklich einfach. Bis zum 17.06. müssen 50.000 Stimmen zusammenkommen. Ich bin Mitzeichnerin Nummer 23.842 und als ich grade nochmal nachgeschaut habe, waren es schon 80 Mitzeichner mehr! Also, macht bitte alle mit!!!


Hier ist der "Zeit Online" Artikel nachzulesen.
Hier gibt es mehr Infos zu dem Thema "Will Deutschland eine Geburtshilfe ohne Hebammen?" und einen Link zur Petition.
Hier gehts zur Seite des Deutschen Hebammenverbandes und einer Beschreibung, wie die Petition online gezeichnet werden kann.

Montag, 26. April 2010

Mütterpflege ist kein Luxus

Königin Nicole hält ihren Sohn Milan. Nicole erlebt grade, wie viele Frauen, wenn sie Mutter werden, dass sich Familiensysteme neu ordnen, wenn ein Baby geboren wird. Sie spürt, wie sich nahe stehende Menschen einmischen, sie damit verunsichern, es aber doch nur "gut meinen". Sie merkt, dass sie einfach nur Zeit und Ruhe braucht, um ihr Kind kennen zu lernen und nicht für die Bedürfnisse Anderer (Kaffee und Kuchen, Babyvideos filmen, etc.) sorgen kann.
Sie hat eine Schwangerschaft UND eine Geburt durchlebt und nun dreht sich alles um den "Thronfolger"!
Vor ein paar Tagen sagte sie beim Essen zu mir, dass sie die Mütterpflege als "Luxus" empfinde. Eine neue Erfahrung sei es, dass sie, als Mutter im Mittelpunkt stehen darf. Nein, Mütterpflege ist kein Luxus. Gerade in einer Zeit, in der Frauen "Multitaskerinnen" sein müssen, beruflich und finanziell auf eigenen Beinen stehen, nebenbei ein Kind großziehen und eine in jeglicher Hinsicht attraktive Frau / Partnerin sein sollen, ist es eine ausgesprochene Notwendigkeit, dass Frauen im Wochenbett unterstützt, wertgeschätzt und umsorgt werden.

Milan streckt sich genüsslich :-)

Er darf entspannt in seiner Welt ankommen, weil seine Mama auch entspannt sein kann.
Danke, Nicole, dass du den "Luxus" annimmst.

Samstag, 3. April 2010

Tilda und Luis

Fast 5 Monate alt waren die Zwillinge Tilda und Luis, als ich sie vor ein paar Tagen zum letzten Mal besuchte. Im letzten Jahr betreute ich u.a. 7 Mütter mit Zwillingen! Und alle Königinnen haben es geschafft, "stereo" zu stillen - eine Spitzenleistung!! Tilda und Luis zeigten bei meinem Besuch schon sehr viel Interesse am Frühstück ihrer Mama, was ihnen das Vergnügen brachte, zum ersten Mal Banane zu kosten. Tilda konnte überhaupt nicht genug bekommen :-) Luis musste sich erst mal langsam mit der ungewohnten Konsistenz vertraut machen, dann fand er die neue Kost aber auch lecker.

Luis mit seiner neckischen Max-und-Moritz-Frisur :-) Als ich das Foto machte, war er müde und wartete auf den Spaziergang durch den Prenzlauer Berg.
Machts gut, ihr beiden.

Und für eure Mama nochmal das Bewegungsspiel, das euch beim Wickeln so viel Freude gemacht hat:
"Das ist das Beinchen Frohgemut
und das das Beinchen Übermut.
Frohgemut und Übermut, die gingen in die Sümpfe.
Pitsch, patsch, pitsch, patsch,
nass sind Schuh und Strümpfe.
Schaut die Katze um die Eck -
rennen beide ganz schnell weg"

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich schöne Ostertage, ein paar Sonnenstrahlen und Lebensfreude.

Mittwoch, 31. März 2010

Mathilda, die kleine Elfe

Es wird langsam Zeit für ein paar neue Fotos in der TEATIME. Die Tochter meiner Kollegin Petra war so nett sich als Modell zur Verfügung zu stellen. Mathilda ist nun schon fast drei Monate alt und erzählt und singt sehr gerne. Als ich letzte Woche bei ihr war, zeigte ich ihrem Papa die Schmetterlingsmassage und wie ihr das gefallen hat, seht ihr weiter unten.

Spuckeblasen machen kann auch nicht Jeder :-)

Mathilda's Welt ist in Ordnung!

Hier präsentiert sie uns die neueste Mützenmode für Frühjahr 2010 im Berlin-Style. Schicki, wa?

Jaaa, da staunste!!!

Hmmmmm, Massage ist toll!

Jaaa, das kann Mathilda auch schon.

Und dieser Blick! Der spricht Bände, finde ich. Mach weiter so, kleine große Elfe.

Montag, 8. März 2010

Internationaler Frauentag

Zum Frauentag grüße ich meine lieben Kolleginnen aus dem Netzwerk Berliner Mütterpflegerinnen. Von links sind das:
Antje Münster, Janina Hahne, Petra Kronwald (auf dem Foto noch mit Bauch-Elfe), Susanne Herfurt und Kerstin Schirmer.
Auch wenn wir heute nicht alle gemeinsam frühstücken können, wünsche ich mir für 2010 viele weitere Treffen; auf dass weiterwachsen kann, was wir im letzten Jahr gesät haben.

Ich umarme Euch,
Nina

Donnerstag, 25. Februar 2010

Leonore und Gabriel

Gestern war mein letzter Tag bei Königin Signe und ihren Zwillingen Leonore (links) und Gabriel (rechts). 3,5 Monate sind sie jetzt alt und beide haben sich prächtig entwickelt. Leonore entdeckt ihren Körper, fängt an, die Beine zu strecken und wieder anzuziehen und dabei die Hüfte zu drehen und es dauert bestimmt nicht mehr lange, dann dreht sie sich auf den Bauch. Gabriel ist ein zarter Junge, der aber kräftig aufgeholt hat und der ganz tief entspannen kann. Sie werden noch voll gestillt (Applaus!) und bekommen abends ein Fläschchen, auf das sie einfach nicht verzichten wollen. Ist ja auch ok - damit schlafen sie von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr und das tut der Mama auch gut :-)

Bei beiden Kindern spüre ich, dass sie genug Zeit hatten, um in unserer Welt anzukommen. Signe hat ihr Wochenbett mit Stillen, Schlafen, lecker Essen und Genießen verbracht und das merkt man ihren Babys an.

Leonore findet ihre Hand toll und Gabriel schenkt uns ein Lächeln. Die hübschen Jäckchen kann man übrigens nicht kaufen, außer Signe geht damit in die Produktion :-)
Bye-bye ihr zwei Süßen, an die Königin, den König und Prinzessin Leyla meinen herzlichen Dank für ihr Vertrauen und weiterhin viel Freude.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Kuschelschäfchen Madita oder: Nähe schafft Bindung

Darf ich vorstellen: Das ist Madita-Mara, 5 Wochen alt, gehört zum Club der Kuschelschäfchen :-)

Und so fühlt sie sich am wohlsten: Bei Mama (oder Papa) ganz nah am Körper gehalten und getragen. Da spürt sie Geborgenheit und Sicherheit.
Seinem Baby so viel Nähe zu geben ist manchmal auch eine Herausforderung - wenn die Mutter müde ist, die körperlichen Umstellungsprozesse noch zu schaffen machen oder die Seele von allem Erlebten einfach mal eine Pause braucht. Darauf kann ein kleines Baby keine Rücksicht nehmen, es braucht die Nähe zum Überleben und wenn die Eltern es schaffen, auf dieses Bedürfnis einzugehen, bauen sie das Fundament für eine sichere Bindung.
Es ist erwiesen, dass Babys, die viel am Körper gehalten werden, später ein besseres Selbstbewustsein besitzen. Sie sind nicht "verwöhnt", wie manche besorgten Großeltern oder auch Freunde fürchten, sondern fühlen sich angenommen, verstanden und können sich auf neue Dinge einlassen.

Madita kuschelt mit Mama...

und Papa. Liebe Königin, lieber König, an dieser Stelle nochmal "Herzlichen Glückwunsch" zu eurem kleinen Wunder :-)

Donnerstag, 11. Februar 2010

Windelfrei

Unter uns: als ich Mathilda kennenlernte, war sie 2 Tage alt. Sie war rosig, samtig, duftig - sie war perfekt! Doch damit nicht genug. Stolz verkündete die Mama: "Wir sind schon windelfrei!"
Was sollte das bedeuten? Mathilda geht schon alleine auf den Topf??? Ist das jetzt der neueste Trend, gleich nach einer Chinesischen Nanny, Pekip und Gebärdensprache?
Ich geb's zu: Ich war skeptisch und wollte der Sache erst mal Zeit lassen. Im Laufe der Tage aber durfte ich was Neues lernen. Nämlich, dass Babys Signale senden, wenn sie "müssen". Mathilda fängt an zu meckern und zu knären und ihre Eltern haben ganz schnell gelernt, sie zu verstehen.

Viele Babys lassen erst los, wenn sie gewickelt werden, aber im Liegen ist das viel schwieriger als in einer aufrechten Haltung. Deswegen wird Mathilda abgehalten und das dauert in der Regel ca. 20 Minuten, in denen sie tatsächlich - ich habs gesehen - nach einem immer gleichen Schema "auf die Toilette geht" :-) Erst Pipi, dann Kacka und zum Schluß wieder Pipi. Davor muss aber kräftig geweint werden. Sehr interessant: Pipi loslassen scheint schwierig zu sein. Also, wer sich wundert, warum sein Baby manchmal "einfach so" weint - vielleicht muss es grade nur pullern!

Mathilda muss sich nicht liegend mit ihrer Verdauung abquälen, durch die Art, wie sie abgehalten wird, können die Eltern gleichzeitig das Bäuchlein massieren und sie spürt, dass sie nicht alleine ist. Schaut mal, wie Mathilda's Gesichtsausdruck Bände spricht:


Nach innen lauschen, offene Hände, Mathilda ist entspannt und locker.

Aha - jetzt passiert was...

Sieht aus wie ein Lächeln, oder? Auf jeden Fall ist Leben drin :-))

Mathilda gehts gut!

Mhm... noch ein bisschen drücken...

... und das Abschlusspipi :-)

Gut geschafft, mit Papa's Hilfe! Mathilda faltet die Hände in der Körpermitte, sie "zentriert" sich, ihre Fähigkeit zur Selbstregulation ist ungestört.

Der Beweis! Okay, das ist wahrscheinlich kein Beitrag, den sich die Leserinnen und Leser vor dem Frühstück zu Gemüte führen sollten :-))

Auf Mathilda's Bedürfnisse wird adäquat reagiert und deswegen ist sie ein super entspanntes Baby, das mal ganz locker Mama's Geburtstagsparty verschlafen hat. Hier im Arm meiner "Mütterpflegerin-Assistentin" :-)

Einfach nur süß, oder?!