
Was hat dieses Foto von Nora beim Filzen am Osterfest im Kloster Chorin 2005 mit dem Thema "Verwöhnen" zu tun?
"Verwöhnen" bedeutet, dass der andere mehr bekommt, als er braucht und mehr, als für ihn gut ist.
Auf die Bedürfnisse und Empfindungen des eigenen Kindes eingehen heißt nicht "verwöhnen", sondern "Empathie", Einfühlungsvermögen. Mit Zuneigung und Zärtlichkeit kann man ein Baby nie genug "verwöhnen". Ein geliebtes Baby lernt Urvertrauen in seine Welt zu bekommen. Mit Urvertrauen ausgestattet wird es ein selbständiges Menschenkind, das offen auf Situationen zugehen kann. Es wird mit den sogenannten "sozialen Kompetenzen" ausgestattet und kann sich einlassen. Zum Beispiel auf das Filzen mit anderen, fremden Kindern. Deswegen habe ich dieses Foto ausgewählt. Weil ich finde, dass es ein friedliches Miteinander ausstrahlt.
Viele Eltern haben Sorge, dass sie ihr Baby "verwöhnen" könnten, wenn sie es bei sich im Bett schlafen lassen. Sie befürchten, dass es sich an das Schlafen im Familienbett gewöhnen könnte. Es ist ein elemantares Bedürfnis des Neugeborenen, die Nähe seiner Mutter zu spüren und zu riechen. Häufiger - fast ständiger-Kontakt mit der Mutter gibt ihm das gute Gefühl, sicher und warm aufgehoben zu sein. Nun ist es nicht leicht, sich nach den körperlichen und seelischen Belastungen der Schwangerschaft und Geburt zu erholen, während man sich um einen Säugling kümmert, der keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht kennt.
Manche Frauen stehen lieber nachts auf, weil sie besser in einem Lieblingssessel stillen können und vielleicht auch den Partner, der am nächsten Morgen früh aufstehen muss, nicht stören wollen. Andere finden es leichter, nur das Baby an die Brust zu nehmen und dabei weiter schlafen zu können. Die Entscheidung ob mit der Geburt des Kindes ein "Familienbett" eingerichtet wird oder nicht, hängt von den Bedürfnissen der Eltern ab. Das Bedürfnis des Babys ist Nähe, Liebe, Hunger STILLEN. Diese elementare Zuwendung hat nichts mit "verwöhnen" oder "verhätscheln" zu tun und glücklicherweise wissen das inzwischen viele, viele Eltern, wie das eindeutige Ergebnis der kleinen Umfrage gezeigt hat:
90 Prozent der Antwortenden sind der Meinung, dass ein Baby, welches im Bett der Eltern schläft, nicht verwöhnt werden kann. Juhu!